In bestehenden Gebäuden ändert sich ständig etwas: Eine Halle wird anders genutzt, eine Anlage kommt dazu, eine Leitung wird größer. Oft soll die neue Leitung dann einfach an die vorhandene Abhängung. Das kann gut gehen, muss es aber nicht. Die alte Konstruktion wurde für andere Lasten bemessen, und nach Jahren im Betrieb ist sie nicht mehr im Neuzustand.
Wann Sie die Abhängungen prüfen sollten
- Die Nutzung des Gebäudes ändert sich.
- Leitungen oder Kanäle werden größer oder kommen dazu.
- Neue Anlagen wie Lüftungsgeräte oder Pumpen werden aufgehängt.
- Die Leitungsführung ändert sich.
- Für das Gebäude gelten neue Anforderungen, etwa an die Erdbebensicherheit.
- Korrosion, verformte Profile oder lockere Verbindungen sind sichtbar.
Was zur Bestandsaufnahme gehört
Lasten. Maßgeblich ist das Betriebsgewicht: Rohr mit Medium, Dämmung, Armaturen und Formteilen. Bei Kabeltrassen zählt die tatsächliche Kabelbelegung, nicht die geplante von damals.
Zustand. Profile, Gewindestangen, Schellen und Verbindungen werden auf Korrosion, Verformung und festen Sitz geprüft.
Befestigung am Bauwerk. Wie und woran die Abhängungen befestigt sind, entscheidet oft mehr als das Profil selbst. Dübel im gerissenen Beton, Befestigungen an Trapezblech oder an Holzbalken haben enge Grenzen.
Abstände und Geometrie. Abstände der Abhängungen, Kragarmlängen und Höhen werden aufgenommen, weil sie die Belastung jedes einzelnen Punkts bestimmen.
Was eine zusätzliche Leitung bewirkt
Eine zusätzliche Leitung erhöht nicht nur das Gewicht. Profile biegen sich stärker durch, die Kräfte in den Verbindungen und an den Dübeln steigen, und eine vorhandene Erdbebenaussteifung kann ihre Wirkung verlieren, wenn sich die Lastverteilung ändert. Jede Erweiterung sollte deshalb gegen die Tragfähigkeit des Bestands geprüft werden.
Möglichkeiten der Verstärkung
Eine Standardlösung gibt es nicht. Je nach Ergebnis kommen infrage:
- Profile verstärken oder austauschen
- zusätzliche Abhängepunkte setzen und so die Spannweiten verkürzen
- die Geometrie ändern, etwa Kragarme durch beidseitig abgehängte Traversen ersetzen
- Verbindungen und Befestigungen ertüchtigen
- eine eigene Tragkonstruktion für die neuen Leitungen bauen
- Leitungen umverlegen
- Erdbebenaussteifungen ergänzen oder versetzen
Warum sich modulare Profilsysteme eignen
Im Bestand ist der Platz knapp, und Schweißen ist oft nicht erlaubt oder nur mit großem Aufwand möglich. Geschraubte Profilsysteme lassen sich vor Ort ablängen, anpassen und später wieder umbauen. Für hohe Lasten und große Spannweiten gibt es schwerere Profilreihen. Auch hier gilt: Die Auswahl richtet sich nach der Berechnung, nicht nach dem Augenmaß.
Erdbebensicherheit im Bestand
Eine Abhängung, die das Eigengewicht sicher trägt, ist noch nicht erdbebensicher. In Erdbebengebieten sind zusätzlich die seitlichen Kräfte nach Eurocode 8 (EN 1998-1) zu berücksichtigen, außerdem Wärmedehnung, Bewegungsspielraum, Winkel der Aussteifungen und die Anschlüsse an das Tragwerk.
In fünf Schritten zur Lösung
- Bestand aufnehmen
- aktuelle und künftige Lasten ermitteln
- Tragfähigkeit berechnen
- Verstärkung oder neue Konstruktion planen
- Montage auf der Baustelle kontrollieren
Sie wollen eine Bestandsanlage erweitern? Sprechen Sie uns an. Wir liefern Profile, Abhängungen, Konsolen und Aussteifungen für Umbau und Erweiterung.